• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China, Yunnan, Lincang, Mengku, Shuangjiang, Bingdao
  • Jahrgang: 2020
  • Form: Bingcha, 200g (nur Sample vorhanden)
  • Puerh.uk

Nach dem Bingdao Danzhu macht es Sinn, direkt einen weiteren Bingdao zu probieren: der Bingdao Shangbaka trägt wie man sieht kein Laozhai im Namen - um genau zu sein gehört Shangbaka nicht zu dem administrativem Bezirk der 5 Bingdao-Dörfer (Bingdao Laozhai, Dijie, Nanpo, Nouwu und Bawai) sondern liegt auf der anderen Seite des Flusses gegenüber von Nouwu und Bawai wodurch sich ein deutlich freundlicher Preis ergibt und man laut Paolo nicht das Problem hat, dass Ortsfremde meist eh nur 2te oder 3te Pflückung bekommen. Da ich das Dorf vorher nicht kannte war ich mal gespannt, was mich hier erwartet - klar war aber: wie bei den anderen Bingdao-Dörfern braucht man auch hier nicht mit der besonderen Bingdao-Note rechnen, die es nur im Laozhai gibt.
Es wird auf jeden Fall auch direkt klar, dass es sich um eine prUK-Produktion handelt, da der Tee in genau die selbe Kerbe schlägt, wie die anderen Eigenproduktionen: er ist super glatt in allen Bereichen, es gibt nirgends Ecken oder Kanten und selbst mit meinem sehr harten Quellwasser kann ich keine Adstringenz oder Bitterkeit herauskitzeln. Der Fokus liegt hier wie üblich darauf, die Qualität des Materials zu unterstreichen, die sich vor allem in einer sehr schön weichen Textur und einem guten Maß an Tiefe mit einem dezenten Qi bemerkbar macht. Geschmacklich kommt ohne Bitterkeit und Adstringenz deshalb auch primär eine süßliche Kräuternote zum tragen, die ich persönlich eher mit Youle verknüpft hätte aber mit Bingdao habe ich eh nicht genügend Erfahrung, um mich an ein Blind Tasting zu wagen 😅
Der Tee macht daher eine Bewertung nicht ganz einfach: einerseits lässt er die Qualität des Materials erkennen aber andererseits ist er nicht das, was ich von einem Bingdao erwartet hätte. Und um ehrlich zu sein liegt mir dieser super-glatte Produktionsstil (wie bei einigen anderen prUK Produktionen) auch nicht so sehr, ein Tee darf ruhig etwas Ecken und Kanten haben: schließlich ist das wichtigste, dass der Tee Charakter hat. Dafür ist er mir 0,96€/g im Vergleich zum Danzhu ein regelrächtes Schnäppchen - jedoch ist es davon zu den 1,33€/g von dem Bingdao von Yu auch nicht mehr all zu weit...
Bewertung: 4-Sterne

2020 Bingdao Shangbaka (prUK)

2020 Bingdao Shangbaka (prUK)

2020 Bingdao Shangbaka (prUK)

2020 Bingdao Shangbaka (prUK)

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